Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) 2026: Was gilt heute?
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) – auch als „Heizungsgesetz" bekannt – regelt seit 2024, welche Heizsysteme neu eingebaut werden dürfen. Die Kernregel: Neue Heizungen müssen zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Das schließt reine Gas- oder Ölheizungen als Neuinstallation weitgehend aus.
Bestehende Heizungen: Bestandsschutz gilt
Funktionierende Heizungen dürfen weiter betrieben werden. Bei Reparaturen und Teilaustausch gilt ebenfalls Bestandsschutz. Erst wenn eine Heizung nicht mehr reparierbar ist, greifen die 65 %-Pflicht – und dann oft nur nach individueller kommunaler Wärmeplanung.
Erdgas-Brennwertheizung
Investitionskosten
6.000–12.000 EUR
CO₂-Emissionen
200–250 g/kWh
Förderung
Kaum noch förderbar
Betriebskosten
ca. 11–14 ct/kWh
Gas ist weiterhin das verbreitetste Heizsystem in Deutschland, verliert aber durch steigende CO₂-Bepreisung und das Gebäudeenergiegesetz (GEG) an Attraktivität. Neue Gasheizungen werden ab 2026 nur noch in Kombination mit einem Anteil erneuerbarer Energien gefördert.
Wärmepumpe (Luft/Wasser)
Investitionskosten
15.000–25.000 EUR
CO₂-Emissionen
40–80 g/kWh (bei Ökostrom ~0)
Förderung
BEG: bis 70 % Investitionszuschuss
Betriebskosten
ca. 8–12 ct/kWh Wärme
Die Wärmepumpe ist die Heiztechnologie der Zukunft – besonders in gut gedämmten Gebäuden. Sie nutzt Umweltwärme und erzeugt je nach Jahresarbeitszahl (JAZ) 3–5 kWh Wärme pro kWh Strom. Bei Ökostrom nahezu klimaneutral.
Holzpelletheizung
Investitionskosten
18.000–28.000 EUR
CO₂-Emissionen
20–40 g/kWh (biogen, nahezu neutral)
Förderung
BEG: bis 70 % Investitionszuschuss
Betriebskosten
ca. 6–8 ct/kWh
Pelletheizungen sind ein attraktiver Kompromiss: niedrige Betriebskosten, hohe Förderung und biogene CO₂-Neutralität. Nachteil: Lagerraum für Pellets erforderlich, regelmäßige Reinigung notwendig, Pelletpreise können schwanken.
Fernwärme
Investitionskosten
3.000–8.000 EUR (Hausanschluss)
CO₂-Emissionen
sehr variabel (50–300 g/kWh)
Förderung
Abhängig vom Wärmenetz
Betriebskosten
ca. 12–16 ct/kWh
Fernwärme ist wartungsarm und platzsparend. Die Kosten und CO₂-Bilanz hängen stark vom regionalen Anbieter ab. In Städten mit erneuerbaren Wärmenetzen kann Fernwärme sehr klimafreundlich sein – in anderen Regionen noch kohlelastig.
Ölheizung
Investitionskosten
6.000–15.000 EUR
CO₂-Emissionen
260–310 g/kWh
Förderung
Keine Förderung für Neuinstallation ab 2026
Betriebskosten
ca. 9–12 ct/kWh
Ölheizungen dürfen nach dem GEG ab 2026 nicht mehr als reiner Ersatz eingebaut werden. Bestehende Anlagen dürfen weiter betrieben werden, jedoch wird die CO₂-Steuer auf Heizöl bis 2026 auf 55 EUR/Tonne steigen und die Betriebskosten erhöhen.
Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) 2026
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die KfW fördern den Heizungstausch über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Die Fördersätze für 2026:
| Förderkomponente | Satz | Bedingung |
|---|---|---|
| Basis-Förderung | 30 % | Alle förderfähigen Heizsysteme |
| Klimageschwindigkeits-Bonus | +20 % | Selbstgenutztes Eigentum, Einkommen ≤ 40k EUR |
| Einkommens-Bonus | +30 % | Haushaltseinkommen ≤ 40.000 EUR/Jahr |
| Effizienz-Bonus WP | +5 % | Wärmepumpe mit natürl. Kältemittel oder Erdwärme |
| Maximum gesamt | bis 70 % | bei Kombination aller Boni |
Förderfähig sind: Wärmepumpen, Pelletheizungen, Solarthermieanlagen, Brennstoffzellen und Hybridheizungen mit erneuerbarem Anteil. Gasbrenner sind grundsätzlich nicht mehr förderfähig.
Empfehlung: Welches System für welchen Fall?
Neubau oder Kernsanierung
→ Wärmepumpe (Luft/Wasser oder Erdwärme)
Optimale Systemauslegung, höchste Förderung, zukunftssicher
Sanierter Altbau mit guter Dämmung
→ Wärmepumpe oder Pelletheizung
JAZ ≥ 3 möglich, geringe Betriebskosten, hohe BEG-Förderung
Schlecht gedämmter Altbau
→ Erst dämmen, dann Wärmepumpe – oder Pellets
Wärmepumpe funktioniert besser mit Vorlauftemp. ≤ 55 °C
Fernwärmeanschluss verfügbar
→ Fernwärme prüfen
Keine eigene Heizanlage, minimaler Aufwand – wenn Ökoquote des Netzes gut
Übergangslösung (Altanlage defekt)
→ Gas-Hybridheizung + WP
Förderbar, Wärmenetz nutzen wenn vorhanden, schrittweise umstellen
Disclaimer: Dieser Rechner dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Rechts- oder Steuerberatung dar. Alle Berechnungen sind unverbindliche Schätzungen auf Basis der Gesetze und Werte für das Jahr 2026. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich bitte an einen zugelassenen Steuerberater, Rechtsanwalt oder die zuständige Behörde.